bsz-Interview zum Klimagipfel

Tobias von GP Bochum sprach mit der bsz über den Klimagipfel

Themengebiet:
Klimawandel
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Tobias von Greenpeace Bochum hat mit der Bochumer StudierendenZeitung (bsz) über den Klimagipfel in Paris, unsere Erwartungen und Hoffnungen und die Herausforderungen für den Klimaschutzaktivismus gesprochen. Auf der Titelseite findet Ihr außerdem die Bildmanipulation vom ersten April: Das Ruhrtal hinter der Ruhr-Universität wird zum Braunkohlerevier!

Hier einige Ausschnitte aus dem Interview, den ganzen Text findet ihr ungekürzt auf der Seite der bsz: Klimawandel als Herausforderung mit Mehrwert
Die von Tobias angesprochenen Studien von Greenpeace zu unseren Energiewendeszenarios findet ihr hier und hier.

 

"Tobias Hasenkamp von Greenpeace Bochum sprach mit uns über Herausforderungen des Umweltaktivismus.

Die erste Woche der Klimakonferenz in Paris ist vorbei und die AkteurInnen streiten weiter über ein mögliches weltweites Klimaabkommen. Während Angela Merkel keinen konkreten Termin für einen Kohleausstieg in ihrer Rede formulierte, zeigt sich Indien kompromissbereit und selbst die USA wollen mehr für den Klimaschutz unternehmen. :bsz-Redakteur Tim Schwermer sprach mit Tobias Hasenkamp, RUB-Student und gleichzeitig seit fünf Jahren aktiv bei Greenpeace Bochum. 

 

Macht die aktuelle Große Koalition zu wenig für den Klimaschutz?

Generell ist die Haltung der Bundesregierung wechselhaft und stimmungsabhängig. Umweltministerin Hendricks hat vor kurzem einen Kohleausstieg in den nächsten 20 Jahren angedeutet. Wir haben deshalb gehofft, dass Merkel den deutschen Kohleausstieg bei ihrer Rede am Montag verkündet – was sie nicht getan hat. Lange hat sie sich als Klimakanzlerin feiern lassen, vor allem, weil andere Länder noch weniger getan haben! Deutschland war auch lange Vorreiter, deshalb ist die deutsche Energiewende auch so wichtig für den Wandel weltweit.  [...]

 

Was tun? Auf der Straße protestieren oder eigenes Konsumverhalten ändern?
Es gibt keine Energiewende zum Nulltarif. Allerdings zeigen viele Studien auch, dass wir mit einer frühzeitigen Energiewende sehr viel höhere Folgekosten zum Beispiel im Gesundheitsbereich vermeiden können. Greenpeace hat eine entsprechende Studie („Energy Revolution“) zum Klimagipfel herausgegeben. Unser Ziel ist es, bis 2050 den Energiebedarf weltweit zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien zu decken und Deutschland soll dabei als Vorreiter agieren. So würde sich das Klima hoffentlich um maximal 1,5 Grad erwärmen. Die Prognosen geben hier nur Wahrscheinlichkeiten wieder, aber gerade deshalb müssen wir die 1,5 Grad Grenze anstatt der 2 Grad Grenze anstreben, um die Gefahr zu minimieren, dass wir zukünftigen Generationen durch unseren Energiehunger ein menschenwürdiges Leben verbauen. [...]

 

:bsz: Ist Greenpeace Bochum auch bei der Klimakonferenz dabei?

Tobias Hasenkamp: Wir waren jetzt in Berlin auf der Demo am letzten Sonntag, wo Greenpeace groß vertreten waren. Aufgrund des vorläufigen Demonstrationsverbots in Paris haben wir die Demos in Paris abgesagt und werden stattdessen lokal zum Ende der Konferenz demonstrieren. Unsere Strategie und auch die von anderen Umweltschützern ist, das letzte Wort zu haben und die Beschlüsse der Konferenz zu kommentieren. Ob es ausreicht oder nicht, der Klimagipfel ist ein wichtiger Meilenstein, aber er wird nicht die Welt retten, sondern hoffentlich Prozesse anstoßen und weiteren politischen Aktivismus hervorbringen. [...] "

Pressetexte